Bergbauliche Geschichte Betrachtung aus dem Bezirk Remscheid West

Von Manfred Kostryki

Bergleute bei ihrer Morgenandacht vor einem Bergwerksstollen. Viele denken dabei an das Ruhr. Zu der Zeit als in Remscheid noch Eisenerz abgebaut wurde, war das Ruhrgebiet nur dünn besiedelt, die Bevölkerung ernährte sich überwiegend von der Landwirtschaft, von Bergbau keine Spur. So könnte es sich auch in Remscheid zugetragen haben. Bergwerke wie Kremenholl, Güldenwerth, Küppelstein und Bornstal so wie das Reinshagener Bergbaugebiet mi dem Wolfskauler- und dem Eichenhöfer Bergwerk sind heute in Vergessenheit geraten. Es wird vermutet, das im Wolfskauler Bergwerk schon im frühen Mittelalter nach Erz gegraben wurde. Bergleute waren zu der damaligen Zeit sehr frome Leute. Es war Brauch, bevor sie mit ihrer schweren Arbeit begannen, vor dem Stollen oder in einem eigens dafür errichteten Bethaus eine Morgenandacht abzuhalten. Das Bethaus dienste zugleich als Versammlungs- oder auch Gerichtsort ( die eigene Gerichtbarkeit der Bergleute). Die Schutzpatronin der Bergleute ist Sankt Barbara ( siehe Berg.-B.-Geschichte oben ...). Die für uns heute noch interessantesten Bergwerke in Remscheid sind die beiden ehemaligen Bergwerke in Kremenholl und das Eichenhöfer Bergwerk mit dem Jacobstollen. Dieses liegt an einer Hanglage an einem Siepen zwischen Reinshagen und Tirol. Hier wurden in mehreren Bergbau Epochen vom frühen Mittelalter bis Anfang das 19. Jahrhunderts nach Erz gegraben. Anfänglich grub man Schächte und Gruben in die Tiefe, um das Erz abzubauen. Oft waren es arme Bauern, die sich durch die Erzgraberei  ein Zubrot verdienten. Die Schachttiefe war abhängig vom Grundwasserspiegel. Um in größere Tiefen  zu gelangen mußte man neben dem Eisenerz auch Wasser zutage fördern. Es geschah anfangs mit großen Lederbeuteln, Trögen sowie Schaufelrädern bis hin zu Pumpen. Oft mußte ein Bergwerk wegen zu starkem Wasserzufluß aufgegeben werden. Beim Eichenhöfer Bergwerk sah es anders aus. Aufgrund der Hanglage konnte man unterhalb der Gruben und Schächte ( Pingen) an einem kleinen Siepen ( Bach) auf einen neuen Stollen zum Ablauf des Bergwassers ansetzen. So entstand der Jacobsstollen. Diese Art von Stollen nennt man Wasserlösungsstollen oder auch Erbstollen. Da ein solcher Stollenbau mit enorm hohen Kosten verbunden war, wurden die Rechte zum Bau von den Bergbesitzern oft an andere Personen übertragen ( sogenannter Stöllner). Dieser hatte Anrecht auf Stollenneunten ( ungefähr 10 Prozent vom Ertrag der Bergwerks). Diese Rechte waren auch vererbbar. Nachdem man im Tagebau die Gruben und die Schächte ausgebeutet hatte, ging man zum Stollenbau ( untertage) über. Von diesem Zeitpunkt an war das Wichtigste für den Bergmann sein Geleucht ( die Lampe). Vom Kienspan über Fackeln bis zur Öllampe war es ein langer Weg. Im Eichenhöfer Bergwerk dürften hauptsächlich Öllampen zum Einsatz gekommen sein. So trieb man den Jacobsstollen vom Tyroler Siepen  in nordöstlicher Richtung bis zur Clarenbach-Kirche. Er ist ca . 450 m lang ( im Moment sind nur 40 Meter sichtbar Stand Feb. 2015. Der Rest ist zu 100 % mit Schlamm voll und man sieht noch gar nix davon !!!! Aber wir sind dran :-)   ) .Es soll auch eine Verbindung bis nach Bornstal bestehen, die aber von Bornstal aus vorgetrieben wurde.. Reste der alten Abraumhalde, nicht weit vom Jacobsstollen, deuten noch heute darauf hin, daß man das Erz im Eichenhöfer Bergwerk nur von Hand, mit Schlegel und Eisen abgebaut hat. ( Der Schlegel ist ein Meißel mit einem Stiel) Die Belegschaft eines Bergwerks zur damaligen Zeit setzte sich aus vier bis fünf Bergleuten zusammen ( Steiger, Hauer, Schlepper, und Haspelfahrer). Die Abbauleistung eines Hauer mit Hammer und Schlegel betrug ca 7 Meter in 1 Jahr . Es war eine Knochenarbeit. Die Arbeit eines Schleppers, der das geschlagene  Erz aus dem Stollen förderte, wurde von meißt von Kindern mittels eines Holztroge mit Kufen, meißtens liegend ausgeführt.  Am Haspel ( Seilwinde) kamen in den meisten Fällen ältere Hauer zum Einsatz. Der Steiger war für die Aufsicht, Planung und Sicherheit verantwortlich. Geschunden von Feuchtigkeit und Kälte, hatten die Bergleute eine Lebenserwartung von ca. 30 Jahren. Alles deutet darauf hin das der Jacobstollen in unterschiedlichen Bergbauepochen  von mehreren Bergwerken zur Wasserhaltung und zur Bewetterung ( Belüftung) der Grubenbaue genutzt wurde. Der Eisenerzbergbau in Remscheid   verbirgt noch viele Geheimnisse...... Wer bei der Suche und Restaurierung helfen möchte kann sich sehr gerne bei uns melden ( oben unter Kontakte .....