Bergbau in Remscheid

Eisenerzbergbau in Remscheid

Von Karl Wilhelm Heuser, 1973

Viele Jahrhunderte lang, wahrscheinlich vom frühen Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert, ist im Bergischen nach Eisenerz gegraben worden. Und ganz besonders das Remscheider Gebiet offenbart bis heute die Spuren historischer montaner Unternehmungen. Zumeist handelt es sich um den Tagebau, wobei die Erdvertiefungen und Gruben, die "Pingen“ sich noch in weiten Teilen der Wald und Buschgebiete mühelos feststellen lassen.

Sie finden sich im Remscheider Westbezirk auf der Schafsdelle und im Schimmelbusch nahe Güldenwerth ebenso wie zu Westhausen oder an den Hängen des Sudberges im unteren Morsbachtal oder unterhalb der Hofschaft Büchel und am Rather Waldhang.

Unübersehbar sind die Pingen im Nordwesten der ehemaligen Lüttringhauser Honstaft Hohenhagen im Waldgelände der Höfe Westen, Grund und Spelsberg. Selbst eine Ortsbezeichnung wie „Eisernstein" zu Lüttringhausen läßt erkennen, daß hier möglicherweise einmal nach Eisenstein gegraben wurde.

Das noch gültige Bergwerksgrundbuch weist für Remscheid zahlreiche Namen aus. Dabei fällt auf, daß noch im Jahre 1900 Bergrechte verliehen worden sind und noch heute Berechtigte existieren, zumal noch in den Jahren 1918 bis 1952 Berechtigungseintragungen erfolgten. Diese Bergwerksliste stützt sich auf die Eintragungen des 19. Jahrhunderts, vornehmlich der fünfziger und sechziger Jahre. als die montanen Unternehmungen längst ihre große Zeit gehabt hatten.

 

Nach dieser Liste existieren folgende Eisenerzbergwerke in Remscheid:

1. Güldenwerth zu Güldenwerth (1857 verliehen)

2. Kronenberg II auf dem Honsberg (1858 verliehen)

3. Morsbach zu Morsbach (1857 verliehen)

4. Paul zu Remscheid (1866 verliehen)

5. Schüttendelle zu Schüttendelle (geschlossen)

6. Bornstall zu Remscheid und Kronenberg (1859 verliehen)

7. Carl Louis zu Remscheid und Lennep, auf dem Rüggelsberge, Ortschaft Ehringhausen (1858 verliehen)

8. Holz zu Holz (geschlossen)

9. Ophelia zu Remscheid, Kronenberg und Lüttringhausen (1859 verliehen)

10. Reinshagen zu Westhausen, Ober- und Unterreinshagen (1856 verliehen)

11. Remscheid I zu Remscheid und Lüttringhausen (1867 verliehen)

12. Anna zu Remscheid und Lennep (1867 verliehen)

13. Bliedinghausen zu Remscheid und Wermelskirchen (1867 verliehen)

14. Einigkeit zu Remscheid und Dorp (1866 verliehen)

15. Küppelstein zu Remscheid, Dorp und Burg, (1867 verliehen)

16. Rinaldino I zu Remscheid (1900 verliehen)

17. Rudolph zu Remscheid und Lennep (1900 verliehen).

Berechtigte waren (zumindest anfangs) Privatleute. Es waren:

a) Jacob Wilhelm Haarhaus zu Elberfeld für die vorgenannten Nummern 1, 2, 3, 6, 7, 13, 15

b) Gastwirt u. Kaufmann Friedrich Wilhelm Schubeius (Schubeis) zu Sprockhövel für die vorgenannten Nummern 4, 9, 10, 12, 14

c) Louise Elisabeth Hummeltenberg geb. Harkort zu Harkorten für die vorgenannte Nummer 11

d) Dr. Winterfeld zu Mülheim/Rh. für die vorgenannten Nummern 16 u. 17

In den meisten Fällen sind die Rechte an Gewerkschaften übergegangen, die zumeist ihren Sitz in Siegen hatten. So änderte u. a. die Gewerkschaft Anna (die gleichnamiges Bergwerk, Nr. 12, übernommen hatte) 1922 ihren und des Bergwerks Namen in "Tannenberg“ um. Letzte Eintragungen weisen aber auch noch auf Privatleute hin, so den Remscheider Fabrikanten Rudolf Altena zu Büchel (1937) für die vorgenannte

Nummer 9, ferner Dr. Fritz Morschbach zu Bad Godesberg (1952) für die vorgenannte Nummer 13 sowie Dr. Gerh. Schliephacke zu Düsseldorf (1936) für die vorgenannte Nummer 16.

Alle diese Eintragungen stellen im Grunde genommen nur noch Erinnerungs-Eintragungen dar, deren besonderer Reiz die historische Meldung ist. Die örtliche Lage der Bergwerke ist dabei heute kaum noch oder nur in Ausnahmen zu bestimmen. So ist es auch unbekannt, ob das Untertage-Eisenerzbergwerk Kremenholl in einem der aufgeführten Namen mit enthalten ist oder war.

In Unkenntnis der ehemaligen Anlagen hat man sich allezeit jeweils angenommene Bergwerke und Stollen in unrealistischen Größenordnungen vorgestellt. Geländeveränderungen haben zudem vereitelt, daß genauere Untersuchungen vorgenommen werden konnten.

Gegenwärtig droht dem bedeutendsten historischen Remscheider und mittelbergischen Eisenerzbergbau- Gebiet zu Remscheid-Reinshagen eine totale Geländeveränderung, denn in bereits absehbarer Zeit wird es zum Bau einer Fernstraße bzw. Autobahn kommen. die Remscheids Südwesten durchschneiden wird. Ein Tunnel durch den Reinshagener Berg wird sehr wahrscheinlich seinen Ausgang im bedeutenden Grubengebiet der „Wolfskuhle" finden, wo eine Brücken-Folge (unteres Lohbach- und Eschbachtal

überquerend) zusätzliche Geländeveränderungen bewirken wird. Das Wolfskuhler Erzbergwerk-Gebiet liegt benachbart dem Eichenhöfer Erzbergwerk-Gelände zu Remscheid-Reinshagen im Bereich der unteren Tyroler Straße, östlich und südöstlich der Eisenbahnstrecke Remscheid-Solingen.

Als beide Gelände von 1758 an Kerngebiete eines großangelegten bergmännischen Unternehmens wurden, berief man sich auf ältere montane Anlagen. Selbst als aus wirtschaftlichen Gründen 1765 das Unternehmen der Firma Johann Jacob Grothaus & Consorten um Stillstand kam, hat man noch in späterer Zeit die Arbeit dort in kleinerem Umfang wieder aufgenommen.

 

Quelle: Romerike Berge, 23. Jhrg. He. 1, Solingen-Burg 1973

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

A31- Autobahn auf Kolissionskurs mit unserer Bergischen Geschichte

 

Bei der in dem seinerzeit zeitgenössischen Text erwähnten geplanten Autobahn, handelt es sich um den Anschluss der heutigen BAB 31 (Emslandautobahn, auch (Ost-)Friesenspieß genannt) an die BAB 61. Die Autobahn hätte vom Autobahnkreuz Bottrop durch das Ruhrgebiet und das Bergische Land, rechtsrheinisch um Köln und Bonn bis zur BAB 61 bei Bad Neuenahr-Ahrweiler geführt. Die geplante Trassenführung hätte das Reinshagener Bergbaugebiet von NW nach SO durchschnitten.

Durch zahlreiche Bürgerinitiativen entlang der Trassenführung und heftiger Proteste engagierter Bürger und Naturschützer des Ruhrgebietes und des Bergischen Landes ab 1973, konnte das geplante Bauprojekt Anfang der 80er Jahre schließlich gestoppt

werden.

 

Beweise des Bergbau's. Bis heute der Straßenname in Remscheid Stadtteil in Westhausen: Bergwerkstr.


A) In Remscheid sind bis etwa 1850 ganze 70 !!! Schürfstellen bekannt

 

 

B) Interessant ist noch, dass bei den Bahnbauarbeiten Remscheid-Solingen der Wolfskauler Stollen 

     angeschnitten wurde, dann aber vermauert und zugeschüttet wurde

 

C) Es lassen sich also in Remscheid drei verschiedene Bergbauperiode feststellen.

  1. Vor dem 30 jährigen Krieg
  2. Unter Jakob Grothaus und Peter Busch ( 1758 -1765)
  3. 1853 wurden in Remscheid ca 20 Mutungsrechte verliehen, allerdings nicht alle genutzt

    Auszug aus :( http://www.waterboelles.de/archives/13710-Bergwerksprojekt-scheiterte-auch-an-unerfahrenem-Steiger.html#extended )